Am Reformationswochenende wurde in der Kreuzkirche in einem besonderen Gottesdienst das Kunstwerk „Vorbehaltlos“ von Judith Siedersberger erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Nun sind die Herztöne vor jedem Gottesdienst im Vorraum der Kirche zu hören. Wer durch die Glastüre in den Kirchenraum eintritt, durchschreitet das Spruchband „Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ Schon am Vorplatz sind die Efeuranken unschwer zu erkennen, die im Laufe der nächsten Jahre den umlaufenden Umgang umarmen sollen.

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Von einer Umarmung erzählt zwar das Gleichnis nicht wortwörtlich, das Siedersberger in der Kreuzkirche in eine Toninstallation umgesetzt hat, aber dem Sinn nach rückt sie eine der zentralen Stellen des Gleichnisses vom Verlorenen Sohn bzw. Barmherzigen Vater in den Mittelpunkt ihrer Darstellung. Der Vater empfängt den verloren geglaubten Sohn mit offenen Armen. Darstellungen in Kinderbibeln wie die von Kees de Kort sind uns vertraut. Da steht der Vater mit den offenen Ar- men und empfängt unvoreingenommen den Sohn, der sich einst davon gemacht hatte.

So ist das Kunstwerk, das im Rahmen der Aktion „12 (W)Orte“ mit der Gemeinde entwickelt wurde, ein Sinnbild: Gott empfängt uns Menschen in seinem Haus mit offenen Armen. Was uns an der Welt festhalten lässt, das sollen wir vor der Glastüre ablegen. Manches mag für uns aufregend sein, wenn wir zurückkommen in sein Haus. Sicher war der Weg des „verlorenen“ Sohnes nicht ohne Hindernisse. Manches Pochen mag er in seinem Herzen gespürt haben, mal langsamer, mal schneller bis zur Unüberhörbarkeit. Aber wer die letzte Schwelle überschreitet, der kommt zu der Erkenntnis – da ist Gott: in der Feier des Gottesdienstes, in der Gegenwart des Herrn. Da werde ich auf mich selbst zurück geworfen.

Im Eröffnungsgottesdienst haben zwei Tänzer aus dem Ballett des Hofer Theaters die Herztöne mit ihren Körpern interpretiert. Zu Harfenklängen waren Bilder der schon gewachsenen Efeuranken zu sehen. In der Predigt verband Pfr. Dr. Westerhoff die einzelnen Elemente der Kunstinstallation mit dem Gleichnis. Der Bayerische Rundfunk hat im Gottesdienst Aufnahmen für eine Sendung zu den 12 WOrten erstellt, die am Volkstrauertag ausgestrahlt wurde.

11 weitere Kunstwerke sind an 11 weiteren Orten unseres Kirchenkreises im kommenden Jahr zu entdecken: In Rehau, Münchberg, Betzenstein, Schottenstein, Coburg, Gemünda, Ebern, Gösswein- stein, Kulmbach, Sophienberg und Buttenheim. Sie alle laden dazu ein, sich mit einem Bibelwort auseinander zu setzen. Am Reformationstag stellten sich die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Kunstwerken in der Münchberger Stadtkirche vor. Manches wird provozieren, an Anderem wird man vermutlich ohne Anstoß vorüber gehen. Vielleicht erschließt sich eine Bedeutung erst in einer späteren Begegnung. So ist das mit der Kunst. Sie ist offen für viele Interpretationen. Ihre Bedeu- tung muss sich nicht bei der ersten Betrachtung erschließen. Sie haben ein Jahr Zeit, Ihre eigenen Entdeckungen zu machen.

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