Künstlergespräch mit Judith Siedersberger

Künstlergespräch, Siedersberger und Hornfeck
Architekt Günter Hornfeck im Gespräch mit Judith Siedersberger

Seit dem 2. November 2014 ist die Kunstinstallation „Vorbehaltlos“ von Judith Siedersberger aus Bamberg in der Kreuzkirche zu sehen und zu hören. Jetzt fand am 13. Juni 2015 im Gemeindesaal ein Gespräch statt, das Architekt Günter Hornfeck, langjähriges Mitglied des Kirchenvorstandes, mit der Künstlerin führte. Eingangs begrüßte Pfr. Dr. Westerhoff die Anwesenden und zog eine kritische Bilanz zur Aufnahme der Installation in der Gemeinde. Während man sich mit der Efeubepflanzung am umlaufenden Band auf dem Kirchplatz sehr schnell angefreundet habe und auch das Schriftband an der Glastüre gefalle, würden die Herztöne, die im Foyer der Kirche zu hören sind, doch sehr unterschiedliche Reaktionen und auch offene Ablehnung hervorrufen.

Frauenchor Euphonia sorgte für den musikalischen Rahmen
Der Frauenchor Euphonia der Musikschule der Hofer Symphoniker umrahmte das Künstlergespräch musikalisch

Judith Siedersberger erläuterte in dem Gespräch, dass sie nach der intensiven Lektüre des Gleichnisses vom Verlorenen Sohn, das ihrer Gestaltung zu Grunde lag, das Symbol des Herzens als Mittelpunkt für ihre Arbeit wählte. Im Symbol Herz komme die vorbehaltlose Liebe des Vaters gegenüber dem Sohn am besten zum Ausdruck. Gleichzeitig sei ihr auch klar gewesen, dass die Gestaltung auf das allgegenwärtige Herzsymbol verzichten sollte. Darum sei sie einerseits auf den Efeu gekommen, der schon in der Kunst als Sinnbild für das Herz Verwendung gefunden habe. Der Efeu soll in wenigen Jahren das gesamte umlaufende Band an der Kirche begrünen. Andererseits fand sie in einer Klanginstallation mit Herztönen von Gemeindegliedern, die im Vorraum der Kirche ertönen, zu einer korrespondierenden Klanggestaltung. Diese nun wird in der Gemeinde kontrovers diskutiert. Siedersberger sieht an der Diskussion, dass die Installation mit den pochenden Herztönen die Menschen berührt. Auf solche Ansprache im Innersten komme es ihr an, wenn der Gottesdienstbesucher von Draußen in das Innere der Kirche trete. Dann befinde sich die Installation auf der Schwelle zum Kirchenraum, dem Raum der inneren Sammlung und des Gebetes. Auf der Schwelle werde der Gottesdienstbesucher auf sich selbst angesprochen, wenn er mit den Herztönen konfrontiert werde.

Die Installation von Judith Siedersberger schließt mit einem weißen Schriftband auf der Glastüre zum Kirchenraum ab: „Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ Das Kunstprojekt wurde im Rahmen der Aktion „12 WOrte“ im Kirchenkreis Bayreuth anlässlich der Lutherdekade – Themenjahr „Reformation und Kunst“ – realisiert. Nach Abschluss des Themenjahres im November 2015 muss die Gemeinde entscheiden, ob sie die Installation dauerhaft behalten möchte. Im Falle des Efeus ist das schon jetzt keine Frage mehr. Er soll nach dem Willen der Gemeindeglieder bleiben und eines Tages tatsächlich den Besucher der Kirche mit begrünten offenen Armen empfangen.

Beisammensein zum Gespräch im Freien
Judith Siedersberger im Gespräch mit Gemeindegliedern. Der Freundeskreis der Kreuzkirche sorgte für eine Bewirtung an einem lauen Sommerabend im Freien.

Konfirmandinnen gestalten großes Kreuzkirchenpanorama im Gemeindesaal

Vier Konfirmandinnen des Konfirmandenjahrganges 2013/14 hatten die Idee, die südliche Wand des Gemeindesaals im Rahmen ihres Gemeindepraktikums mit einem Bild von der Kreuzkirche zu bemalen. Beim Kirchweihkaffee am 4. Adventssonntag wurde die fertige Gestaltung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die vier Jugendlichen Christina Krauß, Luisa Laubmann, Anne Leupold und Anne Berit Schobert holten ihren Kunstlehrer Sebastian Schumann vom Schillergymnasium als Fachmann mit ins Boot. Auch für ihn bedeutete dieses Projekt eine Herausforderung. Noch nie zuvor hatte er eine so große Fläche bemalt.

Kreuzkirchenpanorama_01

Der Kirchenvorstand stimmte im September 2014 dem erarbeiteten Entwurf zu. Die Jugendlichen realisierten den Entwurf an mehreren Samstagen gemeinsam mit ihrem Lehrer, unterstützt durch Rafael und Matthias Westerhoff.

Die Gestaltung der gesamten Wandfläche wurde von der Gemeinde am Kirchweihtag sehr positiv aufgenommen. Pfr. Dr. Westerhoff dankte den Jugendlichen. Anne Berit Schobert teilte ihre Freude darüber mit, dass sie und ihre Mitstreiterinnen von der Gemeinde und vom Pfarrer den Freiraum bekommen hatten, ihre Idee zu verwirklichen.

Einige Besucher hatten sofort gemerkt, dass der Kirchturm in einem leicht rötlichen Grau dargestellt ist, das ihn vom Rest des Gebäudes farblich abhebt. Sie meinten, das entspringe künstlerischer Freiheit. Kunsterzieher Sebastian Schumann entgegnete darauf, dass er unsere Wahrnehmung schulen wolle. Grau sei nicht gleich grau. Das gelte auch für die Gebäude der Kreuzkirche.

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