Jahreslosung 2021

Jahreslosung 2021:

„Jesus Christus spricht:

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende.

Ein Jahr, das für uns alle ganz anders verlief als geplant. Gerade in solchen Zeiten ist es gut, den Blick auf die wirkliche wichtigen Dinge im Leben zu richten.

Wir wünschen Ihnen für das neue Jahr vor allem Gesundheit und Gottes Segen.

Ihre Kirchengemeinde Kreuzkirche

Das Kirchenjahr – ein Lernvideo nicht nur für Konfirmanden

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Was bedeutet gleich wieder Epiphanias? Diese und andere Fragen beantworten Kirchenvorsteherin Karin Willuweit und Pfr. Dr. Matthias Westerhoff in ihrem Gespräch über das Kirchenjahr.

Die Bücher der Bibel – ein Lernvideo

Stefan Gebhardt und Pfarrer Dr. Matthias Westerhoff stellen Euch in einem kurzen Video die Bücher der Bibel vor. Viel Spaß beim Lernen!

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Miserikordias Domini

Herzlich willkommen zum Gottesdienst an Misericordias Domini, dem Hirtensonntag. Bitte nehmen Sie sich die Bibel und das dicke blaue Gesangbuch aus dem Schrank und zünden Sie sich eine Kerze an. Wir beginnen:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Das Votum für den heutigen Sonntag Misericordias Domini steht im Johannesevangelium im 10. Kapitel:

„Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie, und sie folgen mir: und ich gebe ihnen das ewige Leben.“

In dieser österlichen Freudenzeit beginnen wir mit einem österlichen Lied: Lied 100,1-5 „Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit“

Wir beten unser Psalmgebet mit Worten des 23. Psalms. (Den kann jeder auswendig, somit tippe ich ihn hier nicht ab.)

Wir beten:

Du leitest uns, lieber Gott,
und dein Auge wacht über uns.
Niemanden verlierst du aus dem Blick.
du trägst uns, wenn wir verzagt und müde sind.
du führst uns, wenn sich Abgründe vor uns auftun:
Lass uns die Stimme des Guten Hirten hören,
die Stimme Jesu Christi, unseres Herrn.
Amen.

Wir lesen das Evangelium für den heutigen Sonntag im Johannesevangelium im 10. Kapitel (Johannes 10,11-16).

Anschließend bekennen wir den Glauben.

Wir singen das Vertrauenslied singen Lied 593,1-3 „Weil ich Jesu Schäflein bin.“

Dann lesen wir den Predigttext im 1. Petrusbrief: 1. Petr 2,21-25 und dazu folgende

Predigt

Liebe Gemeinde, liebe Brüder und Schwestern, liebe Freunde,

I

heute am Hirtensonntag sollte in der Kreuzkirche eigentlich ein Abendgottesdienst zum Thema Umwelt stattfinden. Es wurde ein Werbezettel dafür entworfen. In meiner Vorgabe für den Text schrieb ich „Hirtensonntag“. Ich meinte damit den heutigen Sonntag Misericordias Domini, das ist ein lateinischer Name, und er heißt volkstümlicher „Hirtensonntag“. Aber meine Werbegrafiker schnitten das Wort Hirtensonntag aus dem Handzettel heraus. Es ist klar, warum: Für einen zeitgenössischen Werbetexter klingt „Hirtensonntag“ mega verstaubt. Man hört es und sieht ein leicht käsiges Jesusgesicht, eine edle Gestalt mit mildem Blick, die sich sanft zu einem unmündigen Kindlein herabbeugt.

Andererseits habe ich in den letzten Tagen mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass eine Persönlichkeit der Politik, von der angenommen wird, dass sie sich wie ein guter Hirte verhält und die als sehr fähig und führungsstark in unserer gegenwärtigen Lage empfunden wird, als tröstlich geradezu sogar für das seelische Wohlbefinden ankommt. Gemeint ist der Ministerpräsident unseres Bundeslandes, der als ein streng aber fürsorgend handelnder Landesvater wahrgenommen wird.

II

Im ersten Petrusbrief wird uns eine Person vorgestellt, nach der sich Menschen in einer Krisenzeit sehnen: „Ihr habt euch nun dem Hirten, der auf eure Seelen aufpasst, zugewandt“, wie es am Ende des heutigen Predigttextes heißt (1. Petrus 2,25).

Ein Hofer Schauspieler, mit dem ich sprach, wunderte sich darüber, dass jetzt einfach vorgeschrieben wird, wie man sich zu verhalten hat und alle Welt richtet sich danach. Ein anderer, zu dem ich Vertrauen habe, meldete Widerstand an und sagte, dass wenn es uns als Kirche wichtig sei, zusammenzukommen, dass man dann auch zusammenkommen müsse.

Von einer mehr grundsätzlichen Ebene steigt die Frage auf, ob man als selbstständiger Mensch, der vernunftbegabt ist und sich mit Wissen und Verstand zurüstet, eine Vaterfigur, eine Hirtengestalt, einen Aufpasser für seine Seele braucht. Ein glattes Nein auf diese Frage hat mich nicht unbeeindruckt gelassen.

In einem bekannten Film aus dem Jahre 1979 wird gezeigt, mit schrägem britischen Humor, wie es einem mittelmäßigen Mann jüngeren Alters gegen seinen Willen zustößt, dass er für den Messias gehalten wird. Er fühlt sich überrannt von der Menge der Leute, die ihm begeistert nachfolgen und die mit ihren Ohren an seinem Mund hängen und nach inspirierten Worten lechzen.

Dieser mittelmäßige Mensch, verzweifelt, weil er die ihm zugefallene Messiasrolle loswerden will, redet die ihm begierig und begeistert nachfolgende Herde an: „Hört zu, ihr versteht das alles falsch. Es ist wirklich nicht nötig, dass ihr mir folgt. Es ist völlig unnötig einem Menschen zu folgen, den ihr noch nicht einmal kennt. Ihr müsst nur für euch selbst denken. Ihr seid doch alle Individuen.“[1] „Ja, wir sind alle Individuen“ entgegnet das Volk brav dem unfreiwilligen Messias in einem gemeinschaftlich geblökten Chor.

Ja, wir sind alle Individuen, einer verschieden vom anderen – wie sollten wir alle ein und demselben Hirten nachfolgen, so wie es im Petrusbrief heißt, dass Christus „uns ein Vorbild hinterließ, dass wir seinen Fußstapfen nachfolgen“ (1. Petrus 2,21)?

III

Wir haben auch allerhand gemeinsam in dem menschlichen Geschlecht, auch wenn jeder so anders und besonders ist. Wir alle teilen Aggressivität, die mit einem Menschen auch durchgeht. Die kennt der Autor des Petrusbriefs, wenn er von Jesus schreibt: „der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet“, so heißt es da. Wir können dem ruhig hinzufügen, was wir aus dem Evangelium gelesen haben, wie die römischen Soldaten Jesus eine Dornenkrone auf den Kopf setzten, und sie anfingen, ihn zu grüßen. „Gegrüßet seist du, der Juden König.“ Dann heißt es: „Sie schlugen ihn mit dem Rohr auf das Haupt und spien ihn an“ (Markus 15,17-19). Und es steht nichts davon da, dass Jesus sich gewehrt hätte oder dass er seine Peiniger verflucht hätte, er schien es alles so hingenommen zu haben. Wenn jemand unter uns spürt, er wird gedemütigt, er steckt in einer Klemme und andere nehmen es wahr und stellen ihn bloß und lachen ihn aus, so entwickelt sich in uns gewaltiger Zorn. Der frisst nach innen oder entlädt sich nach außen. Nach dem Zeugnis des Petrusbriefs hat Jesus es schlicht seinem Vater im Himmel überlassen, der soll wissen, was er mit seinen Peinigern macht, und hat ihm alle Aktivität überlassen und für sich selber auf jede Reaktion verzichtet. Nach einem anderen bekannten Ausspruch hat Jesus mehr als das getan, hat es nicht nur schweigend dem Vater im Himmel überlassen, sondern in der laut gesprochenen Fürbitte für die, die ihn kreuzigten, als er betete: “Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23,34).

Kann man das  wirklich, frage ich mich, die Energie des Hasses, der ein Leben zerstören will, in reine Passivität oder Vergebungsbereitschaft umbauen, als wären Gefühle wie flüssiges Metall, das man in eine Form gießen kann und dann härtet es aus und es klingt hell und rein nach Vergebung, was genauso sich in Hass und Verfluchung hätte Bahn brechen können. Denn der Apostel des Petrusbriefs stellt es so dar, dass die anderen Möglichkeiten real dagewesen waren, „der die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt“ (1- Petrus 3,23). Gerade wenn ein Mensch gedemütigt wird, zittert er vor Zorn, und das ließe sich einfach in Zutrauen zu Gott und Segen für die Verfolger ummünzen?

Vielleicht entdecken wir heute, wenn wir diese Worte hören, dass wir den zum Leben brauchen, der hier besungen wird mit Worten, die einem Liebeslied gleichen, weil sie so dicht und dichterisch geschrieben sind und soviel Respekt verraten, Bewunderung und Zuneigung, dass man recht spürt, hier sollte der Name Gottes geheiligt werden. Wer das so schreibt, der betet, ohne dass er’s hinschreibt: „Geheiligt werde dein Name“, dass wer es liest, dazu angeregt wird, Gottes Namen die Ehre zu geben, ihn heilig sein zu lassen und die unheiligen Hassgefühle fahren zu lassen.

Wer so schreibt, ist ergriffen, weil er Jesus so braucht, wie er ist. Und er gibt’s weiter wovon er ergriffen ist. Aber wieder entsteht die Frage, ob er’s allen weitergeben darf, vielleicht ist es für den einen gut, zu vergeben und die Gefühle des Hasses in Segen umzuwandeln. Vielleicht ist  es für den anderen gut, zu hassen und den Peiniger und Verfolger zu verfluchen und zuletzt umzubringen.

Aber vielleicht ahnt der, welchem Unrecht getan wurde, dass er dennoch selber auf Vergebung angewiesen ist. Der Apostel, der diese Worte schrieb, sagt noch mehr, dass unsere ganze Existenz, unser Sein und Wesen, dort seinen Ursprung fand, wo für Jesus das Ende war: „der unsere Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben“ (1. Petrus 2,24).

IV

Es scheint nicht so zu sein, dass wir kindisch und dümmlich irgendeinem dubiosen Messias nachfolgen, vielmehr auf die Füße gestellt werden, Grund unter unseren Füßen finden, da, wo wir in den Sumpf unserer Emotionen abzugleiten drohten oder in einer dumpfen Aggressivität versumpft sind. Diese Erfahrung, festen Boden unter den Füßen zu finden, verdankt sich eben nicht unserer Vernunft. Diese Erfahrung speist sich aus der fremdartigen Freundlichkeit Gottes in Christus, „der unsere Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz“. Wir sehen ein, dass wir irrende Schafe waren und dass Gerechtigkeit an Land gezogen wurde, da Gott uns überhaupt am Leben ließ, obwohl wir so destruktiv waren. Nicht wir sind umgekommen, sondern Christus „Ich muss unbedingt diese Sünder leben lassen“, das scheint der unausgesprochene Wille hinter der Leidensbereitschaft Gottes in Christus gewesen zu sein. Dieser Leidensbereitschaft sollen wir nachspüren, sie für uns entdecken, das bedeutet, dass wir „nachfolgen seinen Fußstapfen“.

So eine Zeit des Nachspürens und Nachdenkens wurde uns geschenkt durch die Einschränkungen, ja sogar von Grundrechten, auch des Grundrechtes auf Religionsfreiheit, dass wir durchaus wahrnehmen, dass wir Individuen sind, mit einer Seele, um die sich jemand kümmern muss, da wir sonst unseren Hassgefühlen so ausgeliefert wären. In der Zeit dieser zwangsweisen Versetzung in eine Art Ruhestand dürfen wir auch wahrnehmen, dass wir kollektiv „wie irrende Schafe“ sind, in unserer heutigen Zeit, weil wir dem Ruf des immer schneller, weiter, höher kritiklos gefolgt sind. Wenn wir diesem Ruf folgen, geht das zu Lasten der Erde und ihren Geschöpfen. Nun scheint die Spirale der Gewalt gegen Mutter Erde dahin geführt zu haben, dass Luftströme von West nach Ost feststecken und wir in trockenem Wetter festsitzen oder wenn es im Süden Arabiens seit zwei Jahren ungewohnt viel regnet, dass sich dort die Heuschrecken sprunghaft vermehren und große Schwärme bilden, die zur Zeit Ostafrika heimsuchen.

Dieser gute Hirte, nach dem der heutige Sonntag benannt ist, scheint gar nicht so sehr ein Typ zu sein, der satte väterliche Autorität und eine Politik der ruhigen Hand ausstrahlt. Sehr angegriffen und angefochten kommt er uns vor. Aber er könnte kein guter Hirte für angegriffene und angefochtene Menschen sein, wenn er es nicht an seinem eigenen Leibe erfahren hätte. Das Osterfest sagt: Er lebt. Aber das Leben ist nicht ohne das Gedächtnis seiner Kreuzigung und der Schläge und des Spottes und der Erniedrigung.

Wenn wir heute „der Gerechtigkeit leben“, so geht das gar nicht ohne die Erfahrung unserer eigenen Ungerechtigkeit, sei es derer, die wir selber in die Welt gesetzt haben, sei es derer, die wir erlitten haben. Also sind wir da ganz und gar Individuen, weil jeder seine eigenen Erfahrungen der Ungerechtigkeit hat. Aber es soll uns nichts zerfressen und zerreißen und töten. Dazu braucht’s eben einen „Bischof eurer Seelen“, wie der Apostel schreibt. Es steht da im griechischen ein Wort, das Aufseher bedeutet.[2] Aus dem Klang dieses Wortes hat sich die Bezeichnung für ein kirchliches Amt entwickelt, das des Bischofs.

Ob wir auch menschliche Aufpasser auf unsere Seelen brauchen, nicht nur den Auferstandenen als solchen, ob wir auch die Kirche brauchen mit ihren Bischöfen, Pfarrern, Diakonen? Durch die gegenwärtige Aussetzung der Gottesdienste fühle ich die Existenz der Kirche in Frage gestellt.

Wenn es sie doch geben soll, dann gewiss nicht, damit sich deren Mitglieder als Schäfchen autoritär behandelt und gegängelt fühlen und dann irgendwann erwachsen werden und darüber lachen. Vielmehr dürfen wir ruhig, wenn wir „der Gerechtigkeit leben“, unser eigenes Bischofsamt entdecken, indem wir Väter und Mütter sind, Lehrer und Erzieher oder auch Menschen, die jemandem zuhören, Menschen, die für andere schwach werden und die plötzlich die Pflicht spüren, für andere zu beten.

Aber wenn wir anfangen, zu erwarten, dass der Staat der Gute Hirte sein muss, dann werden wir eher in autoritäre Verhältnisse hineinkommen, in denen dann das Individuum gar nichts mehr gilt. Der Ehrentitel des Guten Hirten gebührt allein dem, den wir im Glauben bekennen, der Unrecht erlitten hat und der doch lebt und dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gehört (Matthäus 28,19). Misericordias Domini plena est terra – An Erbarmungen des Herrn ist voll die Erde, so heißt es im 33. Psalm (Psalm 33,5) und von daher hat der heutige Sonntag seinen Namen. Aber wenn das Unrecht nicht beim Namen genannt wird, gibt es auch kein Erbarmen.

Der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Darauf singen wir vom Lied 495 „O Gott, du frommer Gott“ die Strophen 1-4.

Heute beten wir mit Worten unserer Konfirmandinnen und Konfirmanden:

Ich bin dankbar für das,
was ich hab und dass es mir gut und wohl geht.
In diesen schweren Zeiten müssen wir alle zusammenhalten.
Ich hoffe, dass die Menschen da draußen auf sich aufpassen.
Amen.

Lieber Gott,
hilf uns allen durch diese schwere Zeit,
gib denjenigen Hoffnung, die erkrankt sind,
gib denjenigen Kraft, die ihre Freunde vermissen,
Angst haben und schwach sind.
Gib unserer Regierung Kraft, um uns gut durch diese Krise zu führen, sodass es für alle gut ausgeht.
Stärke uns und unsere Gemeinschaft, dass wir gemeinsam helfen können.
Amen.

Lieber Vater im Himmel,
wir bitten dich, dass diese schwierige Zeit bald endet 
und wir nach dieser Zeit mehr mit Familien und Freunden unternehmen,
aber stehe uns auch bitte noch während dieser Zeit bei.
Amen.

Herr Jesus Christus,
du bist der gute Hirt.
Du kennst uns, unsere Stärke und unsere Schwächen.
du siehst unser Herz und weißt um unsere Freuden und Sorgen.
Lass uns auf deine Stimme hören und dir vertrauen. Darum bitten wir dich.
Amen.

Wir beten Vaterunser.

Dann sprechen wir den Segen: Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

[1] http://filmzitate.info/index-link.php?link=http://filmzitate.info/suche/film-zitate.php?film_id=39, aufgerufen am 24. April 2020.

[2] „Episkopos“.

Quasimodogeniti

„Seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein“, sagt der Apostel im ersten Petrusbrief (1. Petr 2,2). Lasst uns mit Michaela Wilfert Gottesdienst feiern! Zünden Sie sich eine Kerze an, holen Sie sich die Bibel aus dem Schrank und das Gesangbuch dazu haben sei Ihre Lust am Wort Gottes!

 

‚Ich glaube nur, was ich sehe!‘

Nur das, was ich mit meinem Verstand fassen, was ich begreifen kann, hat Bestand. Auferstehung? Die passt da nicht rein.

Auch viele Jünger konnten die Botschaft von Jesu Auferstehung zunächst nicht glauben. Der erste Sonntag nach Ostern erzählt davon, wie Jesus Zweiflern und Skeptikern entgegenkam. Später konnten auch sie glauben, was sie nicht sahen:

die unsichtbare Gemeinschaft mit Christus…

Gottesdienst bis zur Predigt

 

Zum Eingang

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Räumlich getrennt, aber doch verbunden durch unseren Herrn und Heiland Jesus Christus feiern wir diesen Gottesdienst am ersten Sonntag nach Ostern.

 

 

Wir beten Psalm 116, 1-9.13

 

Ich liebe den Herrn,

denn er hört die Stimme meines Flehens.

Er neigte sein Ohr zu mir;

darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.

 

Stricke des Todes hatten mich umfangen,

des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen;

ich kam in Jammer und Not.

Aber ich rief an den Namen des Herrn:

Ach, Herr, errette mich!

 

Der Herr ist gnädig und gerecht,

und unser Gott ist barmherzig.

Der Herr behütet die Unmündigen;

wenn ich schwach bin, so hilft er mir.

 

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;

denn der Herr tut dir Gutes.

Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,

mein Auge von den Tränen,

meinen Fuß vom Gleiten.

 

Ich werde wandeln vor dem Herrn

im Lande der Lebendigen.

Ich will den Kelch des Heils nehmen

und des Herrn Namen anrufen.

Amen.

 

 

Wir hören die Lesung aus dem Johannesevangelium: Kapitel 20, Verse 19-20.24-29

19 Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. […]  24 Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten die anderen Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich’s nicht glauben. 26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

 

 

Wir singen das Lied EG 558, 1-4 Ich hör die Botschaft: Jesus lebt

Dieses Lied nimmt die österliche Botschaft in den Blick, artikuliert aber auch Zweifel, die uns angesichts Krankheit, Tod und Krieg beschleichen. Doch das Lied führt auch das Herz der Singenden zu Gott, zum Vertrauen – ganz nach dem Sinn unserer diesjährigen Jahreslosung: ‚Ich glaube, hilf meinem Unglauben!‘

 

https://www.youtube.com/watch?v=6FQsvlwUfA4

Hab leider nur diesen einzigen Song gefunden…

 

 

Predigttext aus dem Buch des Propheten Jesaja: Kapitel 40, Verse 26-31

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. 27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber? 28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 29 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. 30 Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; 31 aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

 

Herr, öffne unsere Herzen und Sinne für dich und dein Wort. Amen.

Predigt

Predigt

 

Gnade sei mit Euch

und Friede von Gott unserem Vater

und dem Herrn Jesus Christus.

Amen.

 

Liebe Gemeinde,

Hand auf’s Herz: wem ist es nicht auch schon so ergangen? Dass ich mich angesichts mancher Tatsachen in dieser Welt gefragt habe ‚Sieht Gott eigentlich, was hier auf dieser Erde passiert?‘

 

Das Volk Israel jedenfalls befindet sich noch im babylonischen Exil, als ihnen diese Worte des Propheten zuteilwurden. Vor etwa vor 50 Jahren waren sie nach Babylon deportiert worden und lebten seither fern der Heimat. Wie sie dort lebten, kann ich nicht sagen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es sicher nicht einfach war. Fernab der Heimat, isoliert und in feindlichem Umfeld, sicher auch glaubenstechnisch schwierig, denn der Tempel in Jerusalem war zerstört. Zusammenkünfte von Gläubigen waren vermutlich nur innerhalb einer Hausgemeinschaft möglich und die Babylonier pflegten u.a. einen Astralkult, beteten also Himmelkörper als Götter an. Vermutlich sahen sich die Israeliten auch Hohn und Spott ausgesetzt: Wo ist denn Euer Gott? Hat er Euch vergessen?  Soviel soll als grobe Skizze zum Umfeld unseres Predigttextes genug sein.

 

Doch der Prophet hat einen Auftrag. Sein Auftrag ist es, das Volk Israel zu trösten und ihnen Erlösung anzukündigen. Sie sollen Mut und Zuversicht fassen und sich im Glauben bestärken lassen. Gott sieht, wie sein Volk verzagt ist. Er sieht, wie sie daran zu knabbern haben, dass sie ihr starker Gott offensichtlich vergessen haben muss angesichts der Situation, in der sie leben müssen. Saft- und kraftlos leben sie in Babylon. Wo ist ihr Glaube hin? Sie sind zermürbt und müde. Zu müde zum Glauben.

 

Doch dann spricht sie Gott an, Er weckt sie auf durch die Worte des Propheten. Freundlich sind diese Worte. Fast so, als würde eine Mutter mit ihren Kindern reden:

 

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? […] 27 Warum sprichst du denn […]: Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber? 28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.

 

Es ist die Erfahrung der Gottesferne, die diese Worte aufnehmen. Wie viele Menschen gibt es, die eine solche Situation beklagen? Gott interessiert sich doch gar nicht für mich. Was ist das überhaupt für ein Gott, den man nicht wahrnehmen kann? Ist nicht nur das real, was meine Wünsche erfüllt und das auch noch möglichst in einem Zeitraum, der mir angemessen erscheint?

 

Unser Predigttext lehrt uns etwas Anderes. Er lehrt uns, die Augen offen zu halten. Und ich füge hinzu: nicht nur die Augen, sondern unsere ganzen Sinne sollen wir offenhalten, Wir sollen uns die Sinne nicht vernebeln lassen von dem, was offensichtlich und klar vor unseren Augen steht, denn oft gibt es dahinter eine tiefere und tragfähige Wahrheit. Deshalb ist es auch gut, alle Sinne ‚auf Empfang‘ zu stellen und uns nicht nur darauf zu verlassen, was ich mit meinen Augen sehen kann.

 

Angesichts der prekären Glaubenssituation der Israeliten, die ihren Gott nicht mehr erkennen konnten vor lauter babylonischer Himmelskörperanbetung verweist der Prophet die herausgeforderte Gemeinde auf Gott, der diese Himmelskörper doch alle geschaffen hat. Schärft Eure Sinne! Ihr braucht Euch nicht vor den babylonischen Göttern zu fürchten, denn ich, euer Gott, der alles geschaffen hat, habe die Macht über alles, was am Himmel steht. Schärft Eure Sinne und erkennt, dass ich Gott bin. Ihr seid keinen fremden Mächten ausgeliefert. Ihr seid in meiner Hand. Ich werde nicht müde, über euch zu wachen. Aber erkennt auch: mein Verstand ist unausforschlich!

 

Ja, liebe Gemeinde, wir können Gott nicht ergründen. Das meint ‚mein Verstand ist unausforschlich‘. Auch wenn die Wissenschaft forscht und ergründet und versucht zu beweisen – Gott werden wir nicht ergründen. Wir neigen dazu, in menschlicher Weise über Gott zu denken. Wir meinen, Gottes Gedanken ergründen und sein Handeln jederzeit erklären zu können. Doch der menschliche Verstand kommt an seine Grenzen, wenn wir Gott denken. Die brillantesten Köpfe müssen kapitulieren vor Gottes Weisheit. Der leistungsstärkste Großrechner, die intelligenteste künstliche Intelligenz wird in Rauch aufgehen, denn Gott ist unausforschlich. Hier, liebe Gemeinde, ist Demut angesagt.

 

Aber – und das ist aus meiner Sicht das Bemerkenswerte – Gott lässt sich auf uns Menschen ein, die wir ihn doch nicht greifen, nicht begreifen können. Gott fängt mit uns da an, wo unsere Möglichkeiten aufhören. Da, wo wir nur noch Fragen und keine Antworten mehr haben. Das ist vor allem dann, wenn ich mich am Ende und allein gelassen fühle. Auch von Gott. Gott begegnet uns, fängt mit uns an, wenn wir auf ihn warten, wenn wir eine tiefe, brennende Sehnsucht nach ihm haben. Wenn wir unsere Waffen niedergestreckt haben. Und welche Waffen das sind, mag jeder selbst beantworten – mal ist es die Waffe meiner körperlichen oder geistigen Kraft, mal ist es mein Verstand, mit dem ich an seine Grenzen komme, mal ist es meine Gesundheit usw.

 

Doch wie sieht nun das Programm Gottes aus, um die Israeliten damals und auch uns heute aus der Lethargie und Müdigkeit zu holen? Hören wir nochmal auf die Worte unseres Predigttextes:

29 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. 30 Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; 31 aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

 

Diese Worte, liebe Gemeinde, entlasten ungemein. Denn sie fordern nicht: hol alles aus dir heraus. Sie sind vielmehr eine Verheißung, dass ich, auch wenn ich unvermögend und müde bin, im Vertrauen auf Gott die nötige Kraft und Stärke bekomme, die ich brauche. Diese Worte verweisen uns auf Gott, auf seine Kraft, die in uns mächtig sein will. Gott will uns seine göttliche Kraft geben. Nicht, um Unmenschliches zu schaffen, sondern um Göttliches zu bewirken. Es ist Gottes Schöpferkraft, die aus dem Nichts Neues schafft. So wie damals, als Gott aus dem Nichts mit seinem Wort das Sein erschuf. So wie an Ostern, als Gott seinen Sohn Jesus Christus aus dem Tod ins Leben rief. Gott ist im Schaffen und im Erlösen einer. Der Eine. Und so ist auch die Erlösung durch den Glauben an Jesus Christus eine Neuschöpfung. Und wie schön ist es, dass dieser Sonntag diese Neuschöpfung, dieses ‚neu-geboren-werden‘ im Namen trägt.

 

‚Gott gibt nicht nur Kraft zum Tragen, sondern mehr: Kraft zum Fliegen‘ (Ellinger) Das ist es, was in diesen Versen zum Ausdruck kommt. Beim Bild des majestätischen Adlerflugs, den wir in Vers 31 vor Augen haben, geht es nicht darum, dass wir entrückt von der Welt über allen Dingen schweben. Vielmehr verdeutlicht dieses Bild den Aspekt der Freiheit und des Ungehindertseins. Gottes Kraft macht uns frei und sie verhilft dazu, auf dem Boden zu bleiben und unerschrocken unseren Glauben zu leben.

Denn die, die da auf Gott, den Herren harren, sind die, die sich das Wort Gottes sagen lassen und sich zusagen lassen, dass Gott sie erlöst hat.

 

Lasst uns also aufsehen und Gottes Spuren in unserem Leben entdecken. Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebräer 12, 2a). Denn: die Auferstehung ist nicht nur Ausweg aus dem Tod, sondern der Neubeginn Gottes mit uns!

 

Und der Friede Gottes,

der höher ist, als alle menschliche Vernunft

bewahre unsere Herzen und Sinne

in Christus Jesus.

Amen.

 

Anregung: Glaube lebt von Zeugen. Wenn Sie Zeit und Lust haben, schreiben Sie mir doch (michaela17wilfert@gmail.com), wie Sie Gott ganz konkret erfahren haben und wie er in Ihrem Leben angefangen hat zu handeln, wo Ihre Möglichkeiten aufhörten…

 

Wir singen EG 358, 1-3+6 Es kennt der Herr die Seinen

 

https://www.youtube.com/watch?v=tz-jqYPX31U

https://www.youtube.com/watch?v=QXM_9uSHsX0

https://www.youtube.com/watch?v=SvR7pHyPCZA

sind irgendwie alle nicht so toll…

 

Wir beten

 

Ewiger Gott, lieber himmlischer Vater,

durch Jesus Christus hast du uns

zum Heil und zur Freude berufen.

Wir danken dir dafür und bitten dich:

 

Schenke deiner Kirche immer wieder neu deine lebendige Gegenwart.

Schenke der Welt deinen Frieden, den sie sich selbst nicht geben kann.

Schenke allen Getauften den Glauben der zu neuem Leben befreit.

 

Schenke den Kranken Heilung und Heil.

Schenke allen, die sich für andere einsetzen, die Kraft deiner Liebe.

Schenke unseren Verstorbenen das ewige Leben.

 

Lieber himmlischer Vater,

du bist der Schöpfer der Welt.

Du hast an Ostern das Böse und den Tod besiegt

und das Leben neu geschaffen.

Begegne uns in deinem Sohn Jesus Christus,

überwinde unsere Zweifel und hilf uns zu glauben.

Amen.

 

Vaterunser

 

Sendung und Segen

 

Jesus Christus spricht:

Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

 

Geht in diesen Sonntag und in die neue Woche unter dem Segen unseres Herrn:

 

Der Herr segne Euch und behüte Euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Euch

und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf Euch

und gebe Euch Frieden.

Amen.

 

 

eine Ostergeschichte nicht nur für Kinder

Am Morgen nach dem Passahfest geht Maria aus Magdala ans Grab. Sie weint. Sie möchte Jesus nahe sein. Sie ist entsetzt: Der Stein vor dem Grab ist fortgewälzt. Hat jemand den Körper Jesu gestohlen?

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Ostern in der Kreuzkirche

Zünden Sie eine Kerze an, nehmen Sie sich das dicke blaue Gesangbuch, und wenn Sie haben, auch das purpurfarbene Ergänzungsliederbuch und feiern Sie Gottesdienst mit einem kleinen Team der Kreuzkirche. Frohe Ostern!

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Gründonnerstag, 9. April 2020

Der Gründonnerstag fällt heuer etwas trocken aus: Kein Brot, kein Wein, kein Tischabendmahl in der Gastwirtschaft. Zurückgeworfen auf uns selbst betrachten wir, was die Einsetzung des Heiligen Abendmahls für uns bedeutet. Wir suchen uns unseren Lieblingsplatz in der Wohnung, zünden eine Kerze an, nehmen das dicke blaue Gesangbuch und die Bibel aus dem Schrank und beginnen:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Das Votum für den heutigen Gründonnerstag steht im 111. Psalm und lautet: „Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr.“

Wir singen oder sprechen Lied 228, 1-3 Er ist das Brot, er ist der Wein.

Wir beten Psalm 111, wenn möglich auch im Wechsel:

1 Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen

                im Rate der Frommen und in der Gemeinde.

2 Groß sind die Werke des HERRN;

                wer sie erforscht, der hat Freude daran.

3 Was er tut, das ist herrlich und prächtig,

                und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.

4 Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder,

                der gnädige und barmherzige HERR.

5 Er gibt Speise denen, die ihn fürchten;

                er gedenkt auf ewig an seinen Bund.

6 Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk,

                dass er ihnen gebe das Erbe der Völker.

7 Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht;

                alle seine Ordnungen sind beständig.

8 Sie stehen fest für immer und ewig;

                sie sind geschaffen wahrhaftig und recht.

9 Er sandte Erlösung seinem Volk / und gebot, dass sein Bund ewig bleiben soll.

                Heilig und hehr ist sein Name.

10 Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. / Wahrhaft klug sind alle, die danach tun.

                Sein Lob bleibet ewiglich.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

                Wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Dazu beten wir folgendes Gebet:

Groß sind deine Werke, o Herr
und wunderbar die Zeichen deines Erbarmens.
Alles rufst du ins Dasein und gibst ihm einen Ort.
Du gibst dein Brot denen, die hungern,
und schenkst dich selbst darin.
Deine Güte reicht für alle.
Lass uns alles, was wir haben,
dankbar aus deiner Hand annehmen
und deiner Güte trauen.
Durch Jesus Christus, unsern Herrn.
Amen.

Wir lesen das Evangelium für den Gründonnerstag bei Johannes im 13. Kapitel (Johannes 13,1-15 und 34+35)

Wir betrachten die Zeichnung eines Konfirmanden.

Wir sehen eine lange Tafel, die sich nach hinten verjüngt, links und rechts je sechs auf Stühlen. Die zwölf Jünger sind mit ihren Hälsen und Köpfen nur angedeutet. Der Tisch ist gedeckt. Jeder hat Teller, Gabel, Messer und ein Glas vor sich stehen. Ein Tischläufer ist längs über den Tisch gelegt. Vorne sieht man den Gastgeber mit schulterlangem Haar, T-Shirt und Hose. In der erhobenen linken Hand hält er ein zur Hälfte gefülltes Weinglas. Es ist, als wolle er einen Toast ausbringen. Ich erinnere mich an die Stelle im Lukasevangelium: „Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt ihn und teilt ihn unter euch: denn ich sage euch: Ich werde von nun an nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt“ (Lukas 22,18).

Die rechte Hand hängt entspannt nach unten. In seiner ganzen Körperhaltung seiht Jesus sehr cool aus. Mit der linken Hand lobt er Gott und lässt uns hochleben, mit der rechten Hand sagt er: Lassen wir’s geschehen so wie es kommt.

Die ganze Szene ist von einer Linie umrahmt. Damit ist der Raum angedeutet. Es ist ein begrenzter Raum, der Schutz bietet und in dem Feierstimmung aufkommt. So mögen Sie jetzt auch Ihren Raum empfinden, in dem Sie sich befinden. „Erhebet eure Herzen – Wir erheben sie zum Herrn.“

Nichts zu essen oder zu trinken ist zu sehen außer dem Wein in dem Glas. Alles was den Durst stillt und alle Lebensfreude kommen von Jesus. Das wird uns jetzt mehr bewusst, weil wir uns zur Zeit nicht so vergnügen können wie sonst mit Ostermärkten, Besuchen und Ausgehen in Gastwirtschaften, wo man draußen sitzen kann mit dem Blick auf einen geschmückten Osterbrunnen.

Wir befinden uns in einer Warteposition. Leben in Fülle kommt aus dem Kelch in der Hand des Herrn. Wir folgen mit den Augen dem Tischläufer hinter und über Jesu rechter Hand. Am Ende ist nichts. Es ist eine offene Zukunft, ein offener Horizont ist im Bild. Jesus nennt, was da kommt, das „Reich Gottes“: „Ich werde von nun an nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt.“

Jesus hält den Horizont offen. Die Tage, die auf uns zukommen, sie sind gezeichnet im Namen Jesu, der vorne am Tisch steht und der das Glas für uns erhebt.

Wir sehen uns noch eine Zeichnung eines anderen Konfirmanden an:

Er hat allein den Kelch gezeichnet. Allerhand Symbole sind auf der Cuppa versammelt. Zentral in der Mitte sehen wir den Regenbogen. Er ist das Zeichen des Bundes, den Gott Noah hat wissen lassen. Der Regenbogen erschien, nachdem eine Katastrophe ausgestanden war. Gott hat Frieden mit den Menschen geschlossen, mit den Sündern, so wie sie sind: „Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolke; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“ Mit dem Bogen in den Wolken sagt Gott, dass er ihn anschauen wolle und sich dann erinnern will „an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe“ (1. Mose 9,13.15).

Was in die Cuppa gegossen wird, gleicht einem Tornado. Es kommt vom Himmel. Inzwischen habe ich darauf geachtet, dass unser Abendmahlswein wohlschmeckend ist, dass er himmlisch schmeckt. Die Dynamik dieses himmlischen Eingießens endet rechts am Fuß des Kelches. Wir sehen in einem Kreis eingezeichnet ein Alpha. Das ist der Buchstabe am Anfang des Alphabets. Es besagt: Mit der Gabe Gottes will ich heute anfangen. Die Gabe ist Glauben, und er empfängt den Frieden: „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus“ (Römer 5,1).

Die Cuppa auf dem Schaft steht auch für unseren Körper. Die Zeichen sind wie Tätowierungen. Alles wäre leer ohne den Tornado der Liebe Gottes in Christus.

Wir hoffen darauf, dass uns ein neuer Termin für die Konfirmation geschenkt wird. Im Konfirmationsgottesdienst sollen diese Zeichnungen auch gezeigt werden, als Zeichen des Dankes an Gott. Amen.

Wir singen Lied 225,1-3 Komm, sag es allen weiter.

Dann beten wir:

Von Osten und Westen,
von Norden und Süden
kommen wir zu dir zusammen.
An deinem Tisch bitten wir dich
für einen Menschen, dessen Teller leer ist
für einen Menschen, dessen Glas ungefüllt ist,
der einsam ist und trauert.

Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für Völker und Nationen,
welche deine heilende Nähe brauchen.
Noch immer schmerzen die Wunden des Völkermords in Ruanda vor 26 Jahren,
den die Weltgemeinschaft einfach so geschehen ließ.
Wir bitten Verfolgte und Heimatlose,
die keinen geschützten Raum haben so wie wir jetzt.
für einen Verzweifelten und Ratlosen,
der nur Enge fühlt und dem die Decke auf den Kopf fällt.

Herr, erbarme dich.

Bei dir ist ein Offener Horizont und Frieden.
So sei uns allen gnädig und gib uns deinen Frieden.

Amen.

Lasst uns Vater unser beten.

Wir singen Lied 170,1: Komm, Herr, segne uns

und sprechen den Segen: „Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

 

Gottesdienst für den Palmsonntag, den 5. April 2020

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag. Wir laden Sie dazu ein, Gottesdienst zu feiern. 
Das Team des Kinderhauses hat zusammen mit Pfr. Dr. Westerhoff einen Gottesdienst aufgenommen. 
Leider mussten wir aus urheberrechtlichen Gründen das Schlussspiel an der Orgel herausschneiden.
Nehmen Sie sich das dicke blaue Gesangbuch.
Zünden Sie eine Kerze an und feiern Sie zuhause Gottesdienst.

 

Oder feiern Sie mit Bibel und Gesangbuch folgenden Lesegottesdienst:

„Jesus zieht in Jerusalem ein“, Gemeinschaftsarbeit entstanden im Hort des Evangelischen Kinderhauses Kreuzkirche am 13. März 2020

 

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Wir singen

Lied 91,1.2.5.6 Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken

Wir beten als Psalmgebet Psalm 69,2-4. 8-10. 14. 21b-22. 30. Wenn Sie mit mehreren diesen Gottesdienst feiern, können Sie die Psalmverse im Wechsel sprechen:

2 Gott, hilf mir!

                Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

3 Ich versinke in tiefem Schlamm,

                wo kein Grund ist;

ich bin in tiefe Wasser geraten,

                und die Flut will mich ersäufen.

4 Ich habe mich müde geschrien,

                mein Hals ist heiser.

Meine Augen sind trübe geworden,

                weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach,

                mein Angesicht ist voller Schande.

9 Ich bin fremd geworden meinen Brüdern

                und unbekannt den Kindern meiner Mutter;

10 denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen,

                und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

14 Ich aber bete, HERR, zu dir zur Zeit der Gnade;

                Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

21b Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand,

                und auf Tröster, aber ich finde keine.

22 Sie geben mir Galle zu essen

                und Essig zu trinken für meinen Durst.

30 Ich aber bin elend und voller Schmerzen.

                Gott, deine Hilfe schütze mich!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

                wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Wir beten das Gebet des Tages (ein Mitglied des Teams)

Jesus Christus,
Menschen haben dir zugejubelt
und dich dann doch allein gelassen.
du wurdest gefoltert und getötet.
Wir erschrecken über die dunklen Möglichkeiten, die in uns sind.
Schenke uns Klarheit über uns selbst,
über unsere Zuneigungen und unsere Aggressionen.
Hilf uns um deiner Liebe willen.
Amen.

Wir lesen aus der Bibel: Philipper 2,5-11.

Wir singen Lied 14,1.3 Dein König kommt in niedern Hüllen.

Wir lesen den Predigttext Markus 14,1-9

und lesen dazu folgende Predigt:

 

Liebe Gemeinde,
liebe Brüder und Schwestern, liebe Freunde,

„er hat gekämpft, er hat sich nicht aufgegeben, bis zuletzt“, so hört man reden.

Aber hier, in diesem Evangelium, scheint sich jemand aufgegeben zu haben. Er bringt die Legende zu dem schönen Bild von der Salbung durch eine Frau und sagt: „Sie hat die Salbung meines Leibes zum Begräbnis vorweggenommen.“ So etwas sagt man nicht, man muss immer Hoffnung haben. Man muss es zwanghaft, wenn das Leben hier auf Erden alles sein soll. Aber pessimistisch scheint Jesus auch nicht gewesen zu sein, obwohl er klar sah, was ihm bevorstand. Denn er wusste auch zu sagen: Was nach dem Tod kommt, ist das Evangelium, das auf der ganzen Welt verkündigt wird.

In der Predigt dieses Evangeliums wird jene Frau nie vergessen werden, die tat, was sie konnte. Es ist etwas, was drinnen in einem Zimmer passiert, abgeschlossen von der Außenwelt. Das Evangelium vom Palmsonntag ist laut: „Hosianna! Gelobt sei der da kommt im Namen des Herrn“, schreien die Leute, die Jesus in die Stadt hinein eskortierten (Markus 11,9). Jetzt hat man den Lärm der Stadt hinter sich gelassen. Sie sind jetzt in einem Dorf außerhalb der Stadt, in einem abgeschlossenen Raum. Der wird jetzt ganz erfüllt von dem Duft der Narde, eines wohlriechenden Baldriangewächses, das im Himalaya zuhause ist.

Der Duft des Evangeliums breitet sich jetzt auch in ihrem Zimmer aus, in dem Sie jetzt diesen Gottesdienst feiern. Ein Duft, der den Raum erfüllt, ist meistens der Duft nach guten Essen. Vielleicht dringt er gerade aus der Küche herüber in den Raum, in dem Sie sitzen.

Die Frau mit dem Alabastergefäß in der Handtasche kam unvermutet herein. Wenn die Tür aufgeht und jemand kommt herein und hat eine gute Nachricht, dann ist das auch ein guter Geruch, die gute Stimmung, die von der guten Nachricht ausgeht, verbreitet sich im ganzen Raum und nimmt mich mit und trägt auch meine Seele: „Endlich wurde sie befördert“, eine gute Nachricht. Sie erzählt es zufrieden und glücklich. Mehr Ehre bedeutet das und eine Gehaltserhöhung.

Die Frau, die zu Jesus hereinkommt, sagt gar nichts. Vielleicht war sie auch dabei in der Menge derer, die Palmzweige auf den Boden warfen und ihre Kleider vor Jesus und dem Esel ausbreiteten und sie sah sich das alles an und sah Jesus an, der zu dem allen schwieg. Und sie wunderte sich. Er reitet hier ein, als der ungekrönte König auf dem Arbeitstier und dem Fortbewegungsmittel der einfachen Leute. Es fehlt ihm etwas, spürte sie. Er muss zum König gesalbt werden. Niemand tut es. Ich muss es tun. Und so kauft sie sich dieses sündhaft teure Duftöl, das teurer war, als was ein Legionär an Sold für ein ganzes Jahr erhielt.[1] „Du salbest mein Haupt mit Öl“, beten wir im 23. Psalm und das bedeutet die allerhöchste Anerkennung als Mensch. Diese Anerkennung und Verehrung bringt hier eine Frau ohne Worte zum Ausdruck. „Das geht wie Honig runter“, sagen oder denken wir, wenn uns einer ein tolles Kompliment macht. Ruhig, schlicht, klar gibt Jesus zu verstehen, dass er das Kompliment annimmt: “Sie hat ein gutes Werk an mir getan“, verteidigt er sie vor ihren Anklägern, und dann, sehr befremdlich: „Sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis.“ Es sollte doch die Salbung eines Königs werden und er versteht’s ganz anders. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe, heißt es (Joh 10,11).

An den Tod denken wir nicht gerne. Jetzt spricht er mit bedrohlichen Zahlen aus den Nachrichtensendungen: 864 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden wurden am Mittwoch aus Spanien gemeldet. Wer wird sich an mich erinnern, wenn ich so hinweggerafft werde? Wer wird mir eine Träne nachweinen, wenn es gar keine richtige Beerdigung gibt? Aber Jesus ist der, welcher ein immerwährendes Gedächtnis und Gedenken verspricht. Er muss sterben, aber die namenlose Frau wird ein ewiges Leben haben, ein Gedenken, das nie ausgelöscht werden wird.

So lasst es auch uns heute tun, alles geben, wie diese Frau alles gegeben und dadurch auch Ärgernis erregt hat. Es war ein Bekenntnis zu diesem Jesus, ein schönes Bekenntnis.

Mehr oder weniger eingeschlossen in unseren Räumen riechen wir den Duft der Freiheit. Jesus ist so frei und geht in den Tod und kämpft nicht und die Frau tut alles, was sie kann, um diesem König von Israel (Johannes 12,13) eine große Ehre zu erweisen.

Das Sterben, wenn es so in großen Zahlen auftritt, scheint das Leben eines einzelnen Menschen so wertlos zu machen, als wäre er ganz gleichgültig und dem Vergessen anheimgegeben. Aber aus dem Tod Jesu, so sehen wir und staunen, erwächst ein Gedächtnis und eine Anerkennung von uns sterblichen Menschen, so wie diese Frau nie mehr vergessen wird. Sie trägt keinen Namen, denn in das Bild dieser Frau können viele Namen eingeschrieben werden.

Menschen wachsen über sich hinaus und geben alles. Dazu provoziert Jesus auch noch heute, wenn dieses Evangelium vorgelesen wird, schlicht durch das, was er ist: Er ist einer, der es an sich geschehen lässt, was ihm bestimmt ist und das ist eine Antwort auf unser Gebet: „Dein Wille geschehe“. Eine leibhafte Antwort auf unser Gebet ist er.

Dein Wille geschehe, und niemand muss sich schämen, weil er alles gibt und hineinlegt in das Bekenntnis zu Jesus und es einfach so geschehen lässt wie er’s gerade kann und hat. Der Wille unseres Vaters im Himmel, der geschehen soll, wie wir beten, der will, dass hier keiner vergessen wird.

Amen.

 

 

Wir sprechen das Glaubensbekenntnis

und singen von Lied 14, 4.5 Und wo du kommst herangezogen …

Wir beten, wenn es möglich ist, im Wechsel:

Eine: Im Vertrauen auf Gottes heilendes Nahesein lasst uns beten.

Eine andere: Lasst uns beten für die Menschen, die krank sind an Leib, Seele oder Geist:

Eine: Lieber Gott, du kennst die Not eines jeden Menschen.
Stärke die Geduld und die Hoffnung der Kranken,
besonders wenn sie ohne Besuch bleiben müssen.
Sei ihnen nahe mit deinem heiligen Engel.
Tröste sie durch die Kraft deines Heiligen Geistes.
Unsere Hoffnung richten wir auf dich.

Gemeinde: Amen.

Eine andere: Lasst uns beten für die Menschen, denen die Sorge um Kranke und Pflegebedürftige anvertraut ist:

Eine: Lieber Gott, deine Fürsorge gilt allen Menschen,
denen, die Hilfe brauchen, und denen, die helfen.
Wir bitten dich:
Gib täglich neuen Mut den Mitarbeitenden in den Krankenhäusern,
Kraft und Mitgefühl.
Hilf, dass ihre Belastung in erträglichen Grenzen bleibt.
Erfreue sie durch Mitmenschen, die ihnen ein Zeichen der Anerkennung geben.
Unsere Hoffnung richten wir auf dich.

Gemeinde: Amen.

Eine andere: Lasst uns beten für betagte Menschen:

Eine: Lieber Gott, Bewahre den alten Menschen ein fröhliches Herz, wenn sie jetzt allein und ohne Besuch bleiben müssen in Altenheimen und Pflegeheimen, Lass sie mit Humor mit sich selbst umgehen, wenn sie an sich zu zweifeln beginnen.
Gib, dass sie sich nicht schämen, von ihren Gefühlen zu den Jungen zu reden und schenke Großeltern per Telefon oder Bildtelefon einen friedevolles Zusammensein mit ihren Enkeln.
Tröste die Todkranken. Lass die Sterbenden in Frieden abscheiden.
Unsere Hoffnung richten wir auf dich.

Gemeinde: Amen.

Eine andere: Lasst uns beten für junge Menschen:

Eine: Lieber Gott, wir bitten dich für einen jungen Menschen,
der soziale Kontakte liebt und sie jetzt nicht ausleben kann,
um Geduld, wenn er nun nur mit sich selbst und mit seiner Familie zusammen ist.
Wir bitten für ein Kind, das jetzt zum Geburtstag nicht seine Freundinnen und Freunde einladen darf, dass es sich trotzdem seines Lebens freut.
Unsere Hoffnung richten wir auf dich.

Gemeinde: Amen.

Eine andere: Lasst uns beten für Unternehmer und Freiberufler:

Eine: Lieber Gott,
wir bitten dich für die Gastwirte und für alle, die auf eigene Rechnung arbeiten, bei denen jetzt die Küche kalt ist und die ohne Aufträge dastehen. Erfreue uns bald wieder, nachdem du uns so lange plagest.
Unsere Hoffnung richten wir auf dich.

Gemeinde: Amen.

Eine andere: Lasst uns beten für die Mächtigen der Erde und für die Armen.

Eine: Herr, friedlich zogst du ein auf einem Esel, ohne eine mitreißende Rede. Dir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.
Die Mächtigen der Erde werden schwach durch einen kleinen Virus,
und den Prahlhälsen stopfst du das Maul.
Ein anderer wittert in der Krise eine Chance und macht sich zum Diktator.
Aber wer tritt für die ein, welche in Ländern leben, in denen es keine Krankheitsversicherung gibt und keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?
Lehre uns Solidarität üben – weltweit.

Amen.

Wir beten Vaterunser

Und sprechen den Segen: Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

[1] Dieser Sold hat 250 Denare betragen, wie man im Internet nachlesen kann: http://bibellexikon.wikifoundry.com/page/Denar vom 23.2.2007.